Industrielle Kulturlandschaft.

Das Ruhrgebiet zwischen Vergangenheit und Zukunft

Die Industrialisierung hat nicht nur die Menschen des Ruhrgebietes geprägt. Kohle und Stahl haben auch der Landschaft ihre ureigene Topografie aufgezwungen, das Gesicht des Ruhrgebiets geschaffen und geformt. Das entstandene Netz aus historisch und ästhetisch herausragenden Bauwerken, Denkmälern, Halden und Infrastrukturen – die Industrielle Kulturlandschaft Ruhrgebiet – ist in seiner Dichte und Ausdehnung weltweit einzigartig. Ein Alleinstellungsmerkmal, das mit enormen Potenzialen und zugleich mit weitreichenden Verantwortungen einhergeht. Denn das industrielle Erbe der Region spielt längst mehr als die alte Melodie der Montanindustrie: Zechen, Stahlwerke und Industrieanlagen sind nicht nur Zeitzeugen und Erinnerungsorte. Sie sind zugleich Sinnbild der Transformation, pulsierende Orte der Kultur, der Wissenschaft und der Wirtschaft.

Die 10. Kulturkonferenz Ruhr lädt Kulturschaffende sowie Akteur*innen aus Politik und Verwaltung ein, gemeinsam ein Thema zu diskutieren, das vielleicht mehr denn je die Ideen hinterfragt, die das Ruhrgebiet offenbar ausmachen.

Industriekultur verbindet Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Vor diesem Hintergrund sind unsere Erinnerungsorte folglich gleichermaßen Katalysatoren für die zentralen gesellschaftlichen Zukunftsfragen des 21. Jahrhunderts: Nachhaltigkeit, Klimakrise, Digitalisierung der Arbeit, soziale Gerechtigkeit und Migration.

Doch in welchem Verhältnis stehen Zukunftsoffenheit und Vergangenheitsbindung? Welche ökologische, soziale und kulturelle Verantwortung lässt sich aus dem industriellen Erbe ableiten? Welche Verantwortung fordert die industrielle Vergangenheit in Zeiten des globalen Klimawandels von uns? Wie kann in einer Arbeitswelt, die von Individualisierung und Digitalisierung geprägt ist, sozialer und demokratischer Zusammenhalt gefördert werden? Und auf welche Weise kann sich die Metropole Ruhr in die Zukunft weiterentwickeln und zugleich ihr industrielles Erbe bewahren – nicht zuletzt im Hinblick auf ihre nationale wie internationale Vorreiterfunktion in Sachen Industriekultur? Die Transformation des Ruhrgebiets – sie scheint nie gänzlich abgeschlossen. Und vielleicht zieht sie genau daraus ihre Kraft und ihre Wirkung.

Begleitung durch einen fachlichen Beirat.

Die Entwicklung des Konferenzprogramms wurde durch einen fachlichen Beirat begleitet.
Dessen Mitglieder sind:

  • Dr. Iuditha Balint, Leiterin des Fritz-Hüser-Instituts für Literatur und Kultur der Arbeitswelt
  • Prof. Dr. Stefan Berger, Direktor des Instituts für Soziale Bewegungen (RUB) / Vorsitzender des Vorstandes der Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets
  • Judith Gerstenberg, Chefdramaturgin der Ruhrtriennale
  • Prof. Heinrich Theodor Grütter, Direktor des Ruhr Museums / Vorstand der Stiftung Zollverein
  • Ursula Mehrfeld, Geschäftsführerin der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur
  • Dr. Henning Mohr, Leiter des Instituts für Kulturpolitik der Kulturpolitischen Gesellschaft e.V.