Kulturpolitischer Dialog Ruhr

Das Projekt Kulturpolitischer Dialog Ruhr ist in der Regionalen Kulturstrategie Ruhr, die zwischen dem Regionalverband Ruhr (RVR) und dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW (MKW) vereinbart wurde, verankert.

Es ist als Austauschplattform konzipiert, die zum einen die Möglichkeit des Netzwerkens bietet und zum anderen einen Diskurs zu aktuellen Fragestellungen zwischen Kulturakteur*innen, Kulturinstitutionen, Kulturpolitik und -verwaltung der Region ermöglicht.

Mit den Dialogformaten Kulturkonferenz Ruhr (KKR) und den unterjährigen, kleineren Formaten der Kulturkonferenz Ruhr mittendrin (KKR mittendrin) übernimmt das Projekt Kulturpolitischer Dialog Ruhr die Rolle des Impuls- und Ideengebers sowie des Koordinators für den Austausch.

Kulturkonferenz Ruhr mittendrin x RuhrKunstMuseen

Resümee der KKR mittendrin am 14. April 2026 in der Lindenbrauerei

Unter dem Titel „Öffentlicher Raum – Öffentliche Kunst? Entscheidungen, Verantwortung, Netzwerke“ fanden sich knapp 80 Personen zur ersten Kulturkonferenz Ruhr mittendrin diesen Jahres in die Lindenbrauerei in Unna ein.

Die Konferenz zum Thema Kunst im öffentlichen Raum (KiöR) wurde in Kooperation mit den RuhrKunstMuseen organisiert.

Nach einer Begrüßung durch Miriam von Gehren (Kulturpolitischer Dialog RVR) und zwei Grußworten durch Georg Elben (Leitung Skulpturenmuseum Marl & AG KiöR der RuhrKunstMuseen) und Marion Freitag (Leitung Museum Haus Opherdicke & Stabsstelle Kultur und Tourismus Kreis Unna), lieferten Simone Scholten (Referat KiöR  Essen), Jacques Toussaint (Leitung Ressort KiöR Dortmund) und Marijke Lukowicz (Neue Auftraggeber) spannende Impulse zu KiöR im Ruhrgebiet.

Anschließend eröffnete Keynote-Speakerin Julia Kurz eine weitere Perspektive, indem sie ihr aktuelles Projekt „Stadtkuratorin Leipzig“ vorstellte.

Abgerundet wurde die von Eva Busch (stellv. Direktorin Kunstmuseum Bochum) moderierte Veranstaltung durch eine erste Abfrage der Meinungen und Bedarfe der Anwesenden zum aktuellen Stand der KiöR im Ruhrgebiet, sowie einen regen Austausch der Teilnehmenden.

Der Konsens der Veranstaltung: Kunst im öffentlichen Raum ist ein Spannungsfeld von künstlerischer Autonomie, politischen Entscheidungen und bürokratischen Herausforderungen.

Es bleiben offene Fragen:

Wer entscheidet über Ästhetik und Standort? 

Wer übernimmt die Verantwortung für den Erhalt und die Instandhaltung? 

Wer ist für die Sichtbarkeit und Vermittlung zuständig?

Der Bedarf eines regionalen Kompetenznetzwerks mit gebündelter Expertise für die Kunst im öffentlichen Raum im Ruhrgebiet wurde klar formuliert.

 

Auf der Konferenz wurden bereits erste Anregungen zur KiöR in der Region gesammelt. Wir möchten die Expertise möglichst vieler Akteur*innen bündeln und fragen deshalb auch hier Ihre Bedarfe und Anregungen zu einem regionalen Kompetenzzentrum für die Kunst im öffentlichen Raum im Ruhrgebiet ab:

 

Welche Herausforderungen und Bedarfe an ein regionales Kompetenznetzwerks KiöR sehen Sie?

Welche Formate und Strukturen zum Thema KiöR im Ruhrgebiet kennen Sie?

Welche Ressourcen wären für eine Stärkung der KiöR und besseren Vernetzung der Akteur*innen hilfreich?

Welche Synergieeffekte ergeben sich für Ihre Arbeit durch ein regionales Netzwerk KiöR?

Welche Themen und Fachbereiche sollte das regionale Netzwerk KiöR abdecken?

Das war das Programm der KKR mittendrin:

Kunst als lokale Partnerschaft

Keynote-Impuls von Julia Kurz

Welche Rolle können Netzwerke aus Verwaltung, Kunstschaffenden und lokalen Initiativen bei der Begleitung von gesellschaftlichen und räumlichen Transformationsprozessen vor Ort spielen? Im Impulsvortrag werden Beispiele und Überlegungen aus der Praxis des Programms Stadtkuratorin Leipzig vorgestellt. 

 

Julia Kurz ist Kuratorin, Kunstvermittlerin und Autorin und entwickelt mit ihrem Team seit 2023 im Auftrag des Kulturamtes der Stadt Leipzig das Programm Stadtkuratorin Leipzig.

Seit 2006 arbeitet sie freischaffend mit kulturellen Organisationen und Vereinen aus unterschiedlichen Disziplinen und Kontexten, als auch für und mit Kunstinstitutionen wie der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig, der Werkleitz Gesellschaft Halle, der Stiftung Bauhaus Dessau, den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und der neue Gesellschaft für bildende Kunst Berlin. Unter ihrer Mitwirkung entstanden zahlreiche Ausstellungen, öffentliche Programme und Interventionen, Symposien, Workshops und Publikationen. Von 2014 bis 2016 war Julia als wissenschaftliche Mitarbeiterin für „Ausstellen und Vermitteln“ an der BURG Giebichenstein Kunsthochschule Halle tätig und von 2016 bis 2023 Lehrende im Studiengang Kulturen des Kuratorischen und am Institut für Theorie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig.

Ein Foto der Bronzeskulptur "Steile Lagerung" von Max Kratz (1985-89)

Kollektive Auftraggeberschaft und öffentlicher Raum. Die "Steile Lagerung" in Essen als Fallstudie urbaner Aushandlungsprozesse

Impuls von Simone Scholten, Referat KiöR Essen

Mit der Steilen Lagerung von Max Kratz entstand 1989 im Zentrum Essens ein Bergarbeiterdenkmal, das an die herausfordernde Arbeit unter Tage erinnert und den Strukturwandel der Stadt sichtbar macht. Als gemeinschaftlich getragenes Projekt von Bürger*innenschaft, Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Gewerkschaften ist es ein frühes Beispiel kollektiver Stiftung eines Denkmals und regt bis heute zur Diskussion über Kunst im öffentlichen Raum an.

Ein Foto der Bronzeskulptur "Steile Lagerung" von Max Kratz (1985-89)

Das Dortmunder "Denkmal für Gastarbeiter*innen". Zwischen Erinnerungspolitik und zeitgenössischer Kunst

Impuls von Jacques Toussaint, Leiter Ressort KiöR Dortmund

Das Denkmal für Gastarbeiter*innen markiert eine wichtige Etappe in der Anerkennung des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Beitrags der sogenannten Gastarbeiter*innen in Dortmund und weit darüber hinaus. Der Beitrag verortet das Projekt im Spannungsfeld aktueller Diskurse zu Erinnerungskultur, Partizipation und zeitgenössischer Kunst und fragt, welche Erkenntnisse sich daraus für eine zeitgemäße Denkmalpraxis ableiten lassen.

Vom Temporären zum Dauerhaften. Wenn Kunstwerke aus temporären Ausstellungskontexten im öffentlichen Raum verbleiben

Impuls von Marijke Lukowicz, Kunsthistorikerin & Kuratorin

Temporär aufgestellt, dauerhaft geblieben: Es ist ein verbreitetes Phänomen, dass aus temporären Ausstellungen im öffentlichen Raum Kunstwerke im Stadt- oder Landschaftsraum dauerhaft verbleiben. Sie werden Teil sogenannter Öffentlicher Sammlungen — oft ohne klaren Plan, manchmal ohne jede Dokumentation. Der Impulsvortrag fragt, was dieser Bestand bedeutet und was seine Pflege erfordert.

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13. Kulturkonferenz Ruhr

Demokratie gestalten: Kultur für Räume, Ideen und Haltung

Kunst und Kultur sind für die Demokratie in einer pluralistischen Gesellschaft essenziell: sie ermöglichen die Reflexion gesellschaftlicher Prozesse, fördern kritisches Denken sowie freie Meinungsäußerung und ermutigen zur aktiven Mitgestaltung. Indem Kunst und Kultur Freiheit, Toleranz und Diversität fördern, wirken sie antidemokratischen und populistischen Tendenzen entgegen und schaffen Orte der Gemeinschaft, Begegnung und Vielfalt, sowie Raum für ergebnisoffenen Diskurs, für gesellschaftliche Reflexion und Kritik. Kunst kann Missstände sichtbar machen, Ungerechtigkeiten anprangern und zum Nachdenken anregen. Sie fordert bestehende Normen heraus und eröffnet neue Perspektiven.

Am 11. September 2025 hat die KKR 25 in Gelsenkirchen dieses Potential in den Blick genommen. Es war ein Tag, der von Solidarität, Empowerment und Kreativität geprägt war. Vielen Dank für den tollen Austausch!

Hier die Impulse zum Nachhören!

Magazin 25

Print & Online

Das Magazin zur Konferenz stellen wir Ihnen kostenlos als PDF zum Download oder in der Printversion zur Bestellung per Post bereit.
Hier finden Sie alles, was es zur 13. Kulturkonferenz Ruhr zu entdecken gibt- spannende Interviews, inspirierende Beiträge und innovative Projekte zur Demokratiestärkung!

KKR mittendrin

„Teilhaben. Mitreden. Gestalten. – Wie gelingt demokratiefördernde Kulturarbeit?“

„Das Beste an Konferenzen sind (natürlich neben den Impulsen) die Gespräche in den Pausen.“ 
Gestern haben wir diesen Gesprächen eine Bühne gegeben:
Im Rahmen der Kulturkonferenz Ruhr mittendrin haben wir am 11.11.2025 zu einem offenen Austausch bei Snacks und Drinks in das HIND in Gelsenkirchen eingeladen. 
Unter dem Motto „Teilhaben. Mitreden. Gestalten. – Wie gelingt demokratiefördernde Kulturarbeit?“ haben wir gemeinsam diskutiert:
- wie Kulturräume für eine offene und kritische Auseinandersetzung gesichert werden können,
- welche Rahmenbedingungen und Strukturen dazu förderlich sind und 
- wie der Brückenschlag über den Kulturbereich hinaus zur Teilhabe und Sichtbarkeit gelingt.

Hier unsere Anmerkungen:
- Förderstrukturen überdenken: nachhaltige und ergebnisoffene Struktur- und Prozessförderung, zeitnahe Auszahlung der Fördersumme
- Einbindung von alternativen Kriterien wie demokratischen Werten und Narrativen in die Evaluierung 
- Demokratiefördernde Kulturarbeit benötigt demokratische interne Strukturen (Stichwort flache Hierarchien) und Leitbilder
- Vertrauen aufbauen durch Bedarfsermittlung mit den Zielgruppen und deren aktive Einbindung 
- Kultur muss kommunale Pflichtaufgabe sein!

Einmal mehr haben wir erfahren, wie wichtig Begegnungsräume sind, in denen offener Austausch stattfinden kann. So geschieht Vernetzung und so stärken wir uns gegen antidemokratische Anfeindungen und populistische Strömungen.
Wir danken allen Teilnehmenden für den offenen Diskurs, kritische Anmerkungen und das Aufzeigen von Handlungsperspektiven – auch das Aushalten anderer Meinungen! Davon lebt die Demokratie!

Dokumentation der Kulturkonferenz Ruhr 2024

Die Dokumentation der 12. Kulturkonferenz Ruhr zum Thema“Muse oder Monster - Künstliche Intelligenz in Kunst und Kultur” stellen wir Ihnen kostenlos als PDF zum Download oder in der Printversion zur Bestellung per Post bereit. Die Texte zur Kulturkonferenz 2024 wurden von jungen Menschen aus dem Redaktionsteam von Strobo Ruhr erstellt. Sie resümieren die Beiträge, Fragen und Ergebnisse aus den verschiedenen Panels und Diskussionsrunden. 

 

 

Der Kulturpolitische Dialog Ruhr ist ein Format des Regionalverband Ruhr und wird durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert: