Rückblick | 2023

11. Kulturkonferenz Ruhr

Resilient, relevant und nachhaltig - Impulse für Kulturinstitutionen in der Transformation

Die 11. Kulturkonferenz Ruhr fand am 24. November 2023 im Theater Oberhausen statt.

In Zeiten von Klimakrise, zunehmender sozialer Ungleichheiten, überforderter öffentlicher Haushalte und einer Gesellschaft, deren Zusammenhalt immer weiter abnimmt, haben die Kulturinstitutionen das Potential, als positiv treibende Kraft an den notwendigen Transformationsprozessen mitzuwirken.

Mit ihren sinnstiftenden Narrativen rufen sie zur Teilhabe am Wandel auf. Sie vermögen Menschen auf unterschiedliche Art und Weise zu erreichen, zu bewegen und gesellschaftliche Spannungsfelder zu verhandeln. Als Orte künstlerischer Kreativität und Reflexion leiten sie Perspektivwechsel ein, führen durch Diskurse und bieten die Bühne für Begegnung und gemeinsames Erleben.

Die Kulturinstitutionen im Ruhrgebiet als resiliente Mitgestalter der Transformation? Der gesellschaftliche Auftrag ist klar, doch wie steht es um die Voraussetzungen?

 

Die Dokumentation der Konferenz stellen wir Ihnen als PDF zum Download oder zur Bestellung bereit.
Die Texte zur Kulturkonferenz 2023 wurden von jungen Menschen aus dem Redationsteam von Strobo Ruhr aus einem persönlichen Blickwinkel erstellt. Sie resümieren die Beiträge, Fragen und Ergebnisse aus den verschiedenen Panels und Diskussionsrunden. Die Dokumentation umfasst zudem den Impulsbeitrag der Politkwissenschaftlerin Paulina Fröhlich vom Progressiven Zentrum in Berlin, ein Interview mit der Dramaturgin und Theaterexpertin Nicola Bramkamp von Save the World e.V. und Zeichnungen der Comic-Künstlerin Mia Oberländer.

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Mit Beiträgen von...

Prof. Dr. Lucien Hölscher: Vergangenheit und Zukunft – ein Gegensatz? 

Zukunftsvisionen spielen bei der regionalen Entwicklung des Ruhrgebiets eine zentrale Rolle, sie scheinen aber mitunter im Widerspruch zur Vergangenheitsbindung der Region zu stehen. Zukunftsoffenheit und Vergangenheitsbewusstsein bilden jedoch keinen Gegensatz, sondern stehen vielmehr in einem komplementären Verhältnis zueinander. Einerseits wissen wir schon heute mehr von der Zukunft, als wir meinen, andererseits müssen wir uns aber auch von etablierten Vergangenheitsbildern verabschieden. Das Ruhrgebiet hat schon viele Zukünfte durchlaufen und ist damit insgesamt nicht schlecht gefahren.

Prof. Dr. Lucien Hölscher, Foto: wwu
Anna Mayr, Foto: Vic Harster

Anna Mayr: Nostalgie und Ausbeutung

Die Industrialisierung wird gern als emanzipatorisch für Arbeiter*innen beschrieben, als Aufbruch und Beginn allgemeinen Wohlstands. Gleiches gilt für den Strukturwandel: Er soll ebenso massendienlich sein, den Menschen Kultur bringen, gute Arbeit und eine Umgebung, in der es sich gut leben lässt. Beides war und ist mindestens ein bisschen gelogen. Denn Arbeit, die stolz macht, schindet die Lunge, während andere daran verdienen. Und auch Kultur, die vor der Haustür stattfindet, erreicht vor allem eine Elite, die sich gegenseitig Stipendien gibt. 

Barbara Frey und Prof. Karl-Heinz Petzinka: Zur kulturellen Praxis der Umnutzung

Die Ruhrtriennale bespielt als internationales Festival der Künste seit 20 Jahren herausragende Gebäude, Räume und Orte derIndustriellen Kulturlandschaft Ruhrgebiet. Die Praxis der Umnutzung von Arbeits- und Produktionsstätten in Räume der künstlerischen Präsentation und Auseinandersetzung wird als Grundkonstante des Festivals immer wieder neu befragt und ausgelotet. Den konservierten Kathedralen der Industriekultur ist ein ganz eigenes Verhältnis von Vergangenheit und Zukunft eingeschrieben: Welche Anforderungen und architektonischen Herausforderungen bringt die Umnutzung industriekultureller Orte für die künstlerische Produktion und Präsentation mit sich? Welchen Einfluss hat die Ästhetik der Industrieruine auf die Programmatik der Ruhrtriennale? Wie werden Denkmalschutz und neue Nutzung beim Umbau von Gebäuden in Einklang gebracht?

Loekenfranke: Vom Verbleiben und Verschwinden

Die beiden Dokumentarfilmer Michael Loeken und Ulrike Franke erzählen seit 20 Jahren Geschichten von Menschen in großen Transformationsprozessen. Im Ruhrgebiet gilt ihr Interesse einer sich wandelnden Landschaft, immer mit einem persönlichen Blick auf das vermeintlich Nebensächliche, in dem sich am Ende dennoch eine Aussage über das große Ganze verbirgt. Bei der Suche nach Themen, Orten und Menschen arbeiten sie ins Offene und voller Neugierde. Ausgehend von Filmmaterial gibt das Duo einen Einblick in seine Arbeitsweise: Wie generieren sich Bildwelten in einer sich wandelnden Landschaft? Wer sieht – und wer wird gesehen? Wessen Geschichten werden erzählt? Und welche prägen die Erinnerung an das Verschwundene?

© Robertino Nikolic

Moderation: Vivian Perkovic

Vivian Perkovic hat bereits zahlreiche Diskussionsrunden und Veranstaltungen moderiert. Dabei ist sie u.a. Moderatorin des Kulturmagazins „Kulturzeit“ bei 3sat und arbeitet regelmäßig für das ZDF, den WDR und Deutschlandfunk Kultur. Sie hat sich mit kulturellen und kulturpolitischen Themen intensiv befasst und ist insbesondere für Themen um Diversität im Bereich von Kunst und Kultur engagiert.

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Dokumentation 2022

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Die Texte zur Kulturkonferenz 2023 wurden von jungen Menschen aus dem Redationsteam von Strobo Ruhr aus einem persönlichen Blickwinkel erstellt. Sie resümieren die Beiträge, Fragen und Ergebnisse aus den verschiedenen Panels und Diskussionsrunden. Die Dokumentation umfasst zudem den Impulsbeitrag der Politkwissenschaftlerin Paulina Fröhlich vom Progressiven Zentrum in Berlin, ein Interview mit der Dramaturgin und Theaterexpertin Nicola Bramkamp von Save the World e.V. und Zeichnungen der Comic-Künstlerin Mia Oberländer.

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Kontaktbox(en)

Dr. Miriam von Gehren

Projektmanagement
Referat für Kultur, Sport und Industriekultur
Team Kultur

kulturkonferenz@rvr.ruhr
Hotline 11. Kulturkonferenz Ruhr: 032-221 80 99 43