Den Schwung aufnehmen und in die nächste Dekade tragen

Zur Begrüßung der ersten Kulturkonferenz Ruhr, die 2012 auf der Zeche Zollverein stattfand, sprachen Prof. Dr. Oliver Scheytt, ehemals Geschäftsführer der Kulturhauptstadt RUHR.2010, die damalige NRW-Kulturministerin Ute Schäfer und die damalige RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel über das Thema der Konferenz: Kulturmetropole Zukunft. Die neue Dekade gestalten.

 

Jeweils 2,4 Mio. Euro, also 4,8 Mio. Euro jährlich – diese Summe werden Land und Regionalverband Ruhr (RVR) im Rahmen einer gemeinsamen Vereinbarung künftig zur Verfügung stellen, um, so Prof. Dr. Oliver Scheytt zur Eröffnung der 1. Kulturkonferenz Ruhr auf dem Welterbe Zollverein in Essen, „die Nachhaltigkeit von RUHR.2010 sicherzustellen“. Die Ziele der Veranstaltung mit dem richtungsweisenden Titel Kulturmetropole Zukunft. Die neue Dekade gestalten: Details einer möglichen „Nachhaltigkeitsarchitektur“ zu erarbeiten und „gemeinsam zu reflektieren, was seit 2010 passiert ist“. 

 

Weiterentwicklung der RUHR.2010 keine leichte Aufgabe 

Aus Sicht von NRW-Kulturministerin Ute Schäfer ist das vor allem Zweierlei: „Die Kulturhauptstadt hat ungeheuer viel in Bewegung gebracht, vieles entdeckt, von dem wir gar nicht wussten, dass es da ist, auch an Kultur und Kreativität.“ Und: RUHR.2010 habe „viele Menschen hin zur Kunst und Kultur geführt, auch solche die vorher nicht so viel Begegnung damit hatten“. Ein Projekt wie die Kulturhauptstadt, die damalige Dynamik einfach fortzusetzen, sei in dieser Form zwar nicht möglich; die Weiterentwicklung als solche „keine leichte Aufgabe“. „Trotzdem ist es wichtig, dass wir den Schwung aus der Kulturhauptstadt aufnehmen und in die nächste Dekade tragen.“ 

 

Wandel durch Kultur – Kultur durch Wandel 

Entscheidend dafür sei, sich die Grundthese der RUHR.2010 immer wieder vor Augen zu führen – Wandel durch Kultur – Kultur durch Wandel – und auch in „Zeiten der ökonomischen Krise, der Nothaushalte und Diskussionen um politische Prioritäten“ bei der Zukunftsgestaltung des Ruhrgebiets selbstbewusst an Projekte wie die Internationale Bauausstellung IBA Emscher Park und die Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 anzuknüpfen. Denn: „Bei beiden Dekadenprojekten spielte die Kultur immer eine Hauptrolle und befand sich immer auf gleicher Augenhöhe mit Wirtschaft, Wissenschaft, Umweltschutz und Städtebau – und das sollte erst recht gelten für das Dekadenprojekt 2020, um das es heute geht.“ 

 

Dialogorientierter Austausch von Land und Akteuren 

Konkret sicherte Schäfer eine Fortsetzung der Landesförderung im Bereich der Kreativquartiere auch im Jahr 2013 sowie die Unterstützung „innovativer Projekte, die Kultur und kreative Ökonomie zusammenbringen“ zu. Der eigene Haushaltsansatz von jährlich 2,4 Mio. Euro und die Vereinbarung mit dem RVR, pro Jahr noch einmal dieselbe Summe aufzubringen, seien eindeutige Schritte in die richtige Richtung. Der weitere Prozess müsse sich nun „dialogorientiert“ im Austausch von Land und Akteuren gestalten. „Nur so kommen wir in diesem Bereich nach vorn und wenn wir das gemeinsam tun, dann geben wir Kunst und Kultur eine gewaltige Stimme.“ Zu keiner Zeit jedoch dürfe eine so einzigartige Region wie das Ruhrgebiet dabei „hinter das Selbstbewusstsein des Jahres 2010 zurücktreten“. 

 

Kulturmetropole Ruhr? 

Regionales Bewusstsein und der Zusammenhalt der Metropole Ruhr – für Karola Geiß-Netthöfel, Regionaldirektorin desRegionalverband Ruhr (RVR), spiegelte sich beides gerade in der großen Zahl der Konferenzteilnehmer – Vertreter der kommunalen Ebene und der Kulturszene gleichermaßen – wider. Und mehr noch: „Mit Blick auf die Diskussion um das Kulturranking möchte ich eines klarstellen: So schlecht, wie unsere Städte in diesen Listen aussehen, sind wir nun bei Gott nicht.“ Im Gegenteil: Der dem Ranking gemeinhin zugrundeliegende Ansatz, größere Städte miteinander zu vergleichen, sei „genau der Ansatz, den wir nicht wählen wollen“, und insbesondere im Kulturbereich sei „Kirchturmdenken“ unangebracht. „Gerade in der Gemeinsamkeit sind wir als Region stark, und gerade die Kulturhauptstadt hat gezeigt: Wenn man den Projektrahmen schafft, dann klappt das auch mit der Zusammenarbeit.“ Das Fazit: „Wir wollen als Kulturmetropole wahrgenommen werden.“ 

 

Netzwerke stärken 

Ein Ziel, das nur durch verstärkte Kooperation erreicht werden könne: Bereits heute existierten zahlreiche Netzwerke im Bereich Kunst und Kultur – „und das ist das, was wir im Sinne der Nachhaltigkeit vorantreiben wollen“. Exemplarische Bedeutung komme in diesem Zusammenhang etwa dem Start der Urbanen Künste Ruhr, der Koordinierung der Kreativquartiere sowie der Vergabe von Restmitteln aus dem Kulturhauptstadtjahr an Projekte der freien Szene zu. „Es ist klar, dass es unseren Kommunen nicht besonders gut geht, doch wir wollen dafür sorgen, dass trotz allem Kunst und Kultur nicht zu kurz kommen.“ 

 

Redaktionsbüro Schacht 11 

Ute Schäfer

NRW-Kulturministerin

Karola Geiß-Netthöfel

RVR-Regionaldirektorin

Oliver Scheytt

Moderation

Ute Schäfer, NRW-Kulturministerin

Karola Geiß-Netthöfel, RVR-Regionaldirektorin

Oliver Scheytt, Moderation

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