Programm | 14. Kulturkonferenz Ruhr 2026

Community Building – Kultur als Katalysator urbaner Nachbarschaft

Freitag, 11. September 2026

10:00 - 18:00 Uhr

Chorforum Essen

10:00 - 10:30 | Begrüßung

Tagesmoderation

Claudia Dichter

Eröffnung 

Julia Jacob, 1. Bürgermeisterin der Stadt Essen

Begrüßung durch die Veranstalter 

Ina Brandes, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen 

Garrelt Duin, Regionaldirektor Regionalverband Ruhr 

Verbinden statt Spalten: Sozialer Zusammenhalt in Zeiten der Polarisierung

In ihrem aktuellen Buch „Verbinden statt spalten. Eine Antwort auf die Politik der Polarisierung“ nennt die Journalistin Gilda Sahebi Gründe, warum Polarisierung eine Gefahr für die Demokratie ist und erkennt die Notwendigkeit von Erzählungen, die deutlich machen, dass uns als Gesellschaft mehr eint als trennt. In ihrem Impuls schlägt Sahebi eine Brücke zu Kulturräumen als Orte, in denen diese verbindenden Narrative verhandelt und erlebbar gemacht werden können, gesellschaftlicher Zusammenhalt erlebt werden kann.  

Gilda Sahebi, Journalistin, Autorin und Ärztin 

11:00 - 11:30 | Impuls "Kirchenbauten als kulturelle Resonanzräume"

Das Potential von Kirchenbauten als Resonanzräume einer demokratischen Gesellschaft

Gottesdienstlich verlassene Kirchen müssen keine verlorenen Orte sein. Auch wenn Kirchenräume ihre sakrale Funktion mit anderen Funktionen teilen oder sogar verlieren, bleiben sie identitätsstiftende Orte mit großem kulturellem und gesellschaftlichem Potenzial. Barbara Welzel zeigt – ausgehend vom Thema „This is not a church“ der Manifesta 16 Ruhr –, wie Kunst auch künftig Kirchen in Resonanzräume verwandeln kann: in Räume der Begegnung, der Reflexion und des demokratischen Miteinanders. Ein Impuls über das kulturelle Erbe der Kirchen und ihre Zukunft als offene Sehnsuchtsorte einer nach Zusammenhalt suchenden Gesellschaft. 

Prof. Dr. Barbara Welzel, Professorin für Kunstgeschichte und Kulturelle Bildung, Technische Universität Dortmund 

11:30 - 11:45 | Kaffeepause

11:45 - 12:00 | Lesung

Die Autorin Esra Canpalat liest aus ihrer Kolumne „Vom Rande aus“, die im Auftrag von Interkultur Ruhr entstand. In dieser Kolumne kartiert sie unsichtbare Geografien des Ruhrgebiets – Orte, die selten in den offiziellen Narrativen vorkommen, aber voller Stimmen, Erinnerungen und Umbrüche sind.  

Die musikalische Dimension liefert Lukas Hermann. Seine Kompositionen und improvisatorischen Performances mit modularen Synthesizern changieren zwischen lyrischen Formen, feinen Differenzen und abstrakten Klangskulpturen.  

12:00 - 13:00 | Paneldiskussion "Legacy der Manifesta 16 Ruhr"

Legacy der Manifesta 16 Ruhr für urbane Nachbarschaften 

Die Manifesta 16 Ruhr reaktiviert mit künstlerischen Projekten Kirchen als offene Nachbarschaftsräume – potenzielle soziale Ankerpunkte, in denen Dialog, Alltagskultur, Fürsorge und demokratische Aushandlung stattfinden können. Wir fragen das Panel, was bleibt, wenn die Manifesta weiterzieht: Welche Impulse hat die Manifesta 16 Ruhr für ein neues Nachbarschaftsverständnis im Sinne eines gesellschaftlichen Zusammenhalts im Ruhrgebiet gesetzt? Welche Rolle spielen dabei die umgenutzten Kirchen als kulturelle Räume? Wie wirken sie auf die Quartiersentwicklung ein? Welche nachhaltigen Betriebs- und Steuerungsmodelle aus dem Zusammenspiel von Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft und Kultur ermöglichen eine tragbare Umnutzung von Kirchen als soziale und kulturelle Räume?

Teilnehmende 

Hedwig Fijen, Direktorin der Manifesta 16 Ruhr 

Stefan Kuczera, Bereichsleiter Planung und Entwicklung, Regionalverband Ruhr  

Svenja Noltemayer, Vorstandsmitglied Die Urbanisten e.V.  

Dr. Adelheid Ruck-Schröder, Präses der evangelischen Kirche in Westfalen 

13:00 - 14:00 | Mittagspause

14:00 - 14:30 | Lesung

Die Autorin Julienne De Muirier liest ihre Erzählung „Nachtfahrt“, eine literarische Reise durch Viertel einer Großstadt, die nicht nur verschiedene Straßenzüge, sondern auch unterschiedliche Lebenswelten durchquert. Für diese Erzählung erhielt Julienne De Murier den Förderpreis des Literaturpreises Ruhr.  

Die musikalische Dimension liefert Lukas Hermann. Seine Kompositionen und improvisatorischen Performances mit modularen Synthesizern changieren zwischen lyrischen Formen, feinen Differenzen und abstrakten Klangskulpturen.  

14:30 - 16:30 | Foren 1-5

Forum 1: Zur Rolle kultureller Initiativen bei der Entwicklung von Nachbarschaften

Workshop

Welche Rolle spielen Kulturorte, Initiativen und kreative Netzwerke für lebendige Nachbarschaften im Ruhrgebiet? In dem Workshop lädt das ILS aus Dortmund im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts STARTUP in Kooperation mit der Schwerter Projektberatung pro loco zum Austausch ein. Im Mittelpunkt stehen kleine, oft selbstorganisierte Kulturprojekte, die Räume aktivieren, Begegnungen ermöglichen und neue Impulse für Stadtteile setzen. Nach kurzen Einblicken in aktuelle Forschungsergebnisse und Praxisbeispiele diskutieren wir gemeinsam: Was brauchen Kulturschaffende, um vor Ort wirksam zu werden? Welche Hürden stehen kreativen Initiativen im Weg? Und wie können Verwaltung, Politik und Stadtentwicklung diese Potenziale besser unterstützen? Der Workshop richtet sich an Kulturschaffende, Kreative, Initiativen und alle, die Kultur als Motor für gemeinschaftliche, nachhaltige und offene Quartiere im Ruhrgebiet verstehen. Bringt eure Erfahrungen, Fragen und Ideen mit – sie fließen in die weitere Forschung und Diskussion ein.

Leitung

Jan Bunse, ILS Research gGmbH, eine eine Tochter der ILS - Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung gGmbH

Dr. Sabine Weck, ILS – Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung gGmbH

Kooperation

Tobias Bäcker, Geschäftsführer, Pro Loco - Projektberatung Gute Orte

 


Forum 2: Allianzen schmieden: Kultur im Leerstand – mehr als eine Zwischenlösung?

Panel & Diskussion

Leere Ladenlokale und ungenutzte Immobilien prägen vielerorts das Bild unserer Städte. Kunst- und Kulturprojekte zeigen das Potenzial, das in diesen Räumen steckt: Sie schaffen Begegnung, beleben Nachbarschaften und können Quartiere neu attraktiv machen. Doch allzu oft bleiben sie eine Übergangslösung. Wie kann aus temporärer Belebung eine nachhaltige Entwicklung entstehen? Welche Allianzen braucht es, damit Kreativquartiere langfristig bestehen und wachsen können? Welche Modelle der Kooperation, Finanzierung und Flächensicherung sind geeignet, um kulturelle Impulse dauerhaft in die Stadtentwicklung zu integrieren? Das Forum lädt ein, gemeinsam über tragfähige Strategien für die Innenstädte von morgen zu diskutieren, bei der Kultur nicht nur Lücken füllt, sondern fester Bestandteil zukunftsfähiger Stadtentwicklung wird. 

Panelteilnehmende

Robert Ambrée, Urbane Räume der Montag Stiftung, Bonn

Guy Dermosessian, Künstler, Kurator und Gründer, Cute Community Radio, Bochum

Gesina Rath, Fördermanagement Kultur und EU-Projekte,Stadt Oberhausen

Moderation

David Nethen, Leiter Amt für Kultur und Weiterbildung, Unna

 


Forum 3: Kulturelle Verortung - Wie Kultur Teil der Nachbarschaft wird

Talk & Workshop

Kulturräume sind Orte der des Austauschs und der gesellschaftlichen Verständigung. Doch wen erreichen sie tatsächlich? Wie gelingt es etablierten Häusern und freien Initiativen, mit den Menschen in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft in Kontakt zu treten – insbesondere mit jenen, die bislang selten den Weg in kulturelle Angebote finden? Das Forum widmet sich der Frage, wie kulturelle Verortung gelingen kann: Welche Strategien und Haltungen fördern echte Teilhabe? Welche Ressourcen braucht nachhaltiges Community Engagement? Und wie können Kulturinstitutionen zu aktiven Akteurinnen ihres Quartiers werden – nicht nur als Anbieterinnen von Programmen, sondern als verlässliche Partnerinnen im sozialen und kulturellen Leben vor Ort? 

Leitung

Aline Bosselmann, Theaterpädagog:in, Stadtteil-Vermittlung Schauspiel Essen, Theater und Philharmonie Essen (TUP) 

Katharina Rösch, Stadtteil-Dramaturgie TUP, Schauspiel Essen, Theater und Philharmonie Essen (TUP)

Panelteilnehmende

Katrin Hiller, Geschäftsführung und Kaufm. Leitung, Ringlokschuppen Ruhr

Danylo Symonovych, Dramaturg für Outreach-Projekte, Ruhrtriennale

 


Forum 4: Zwischen Andacht und Aufbruch: Die (Um-)nutzung von Kirchen zu kulturellen Räumen in der Nachbarschaft

Panel & Diskussion 

Angesichts schrumpfender Gemeinden geht vielerorts auch die Nutzung von Kirchengebäuden zurück, oft werden sie außer Gebrauch gestellt – gleichzeitig wächst in den Städten der Bedarf an Orten für Begegnung, Austausch und kulturelle Teilhabe. Mit der Manifesta 16 Ruhr rücken ungenutzte Kirchen als Räume für Kultur und Gesellschaft wieder in den Fokus. Im Ruhrgebiet gibt es bereits zahlreiche Beispiele gelungener Nutzungserweiterungen oder Umnutzungen: Kirchen wurden zu Kulturzentren, Konzerträumen, Kreativorten oder Stadtteiltreffpunkten. Im Forum sprechen wir über erfolgreiche Praxisbeispiele sowie konkrete Erfahrungswerte und stellen Fragen wie: Welche Herausforderungen und Chancen birgt die Nutzungserweiterung oder Umnutzung? Wie können lokale Communities in den Prozess eingebunden werden? Wie trägt dies zu urbanem Zusammenleben und kultureller Zugehörigkeit bei? 

Panelteilnehmende

Daniela Berglehn, Manifesta Plus Projekt “Baze” und “This is not a bar” im Sozial-Ökologischen Zentrum, Dortmund

Sarah Saulheimer, Manifesta Plus Projekt “Baze” und “This is not a bar” im Sozial-Ökologischen Zentrum, Dortmund

Marina Schmitz, Forschungskoordinatorin, TRANSARA, DFG-Forschungsgruppe zu Sakralraumtransformation

Moderation

Prof. Dr. Barbara Welzel, Professorin für Kunstgeschichte und Kulturelle Bildung, TU Dortmund

 


Forum 5: Liebe Zukunft. L/i/ebenswerte Nachbarschaften 2036.

Workshop

LIEBE ZUKUNFT ist ein spielerisch-praktischer Zeitreise-Workshop, in dem wir die Zukunft lebendiger Nachbarschaften individuell und gemeinsam sinnlich erschließen. Wir fragen uns: Wie wollen wir in Zukunft zusammenleben? Welche Erinnerungen an eine solche Zukunft tragen wir mit uns?  

Diese Ideen und Bilder teilen wir miteinander und entwickeln daran anschließend konkrete Handlungsschritte, mit der wir diese Zukunft ins Hier und Jetzt bringen möchten. Eingeladen sind Zukunftsenthusiast:innen aus allen Praxisfeldern und solche, die es werden wollen! 

Leitung

Stefan Gebhard, BY PROXY Performance・Research・Education

Johanne Hoppstock, BY PROXY Performance・Research・Education

16:30 - 16:45 | Kaffeepause

16:45 - 17:15 | Ausblick mit 'BY PROXY'